OsteoporoseErnährungsberatung bei OsteoporoseIn der Sonnenberg-Klinik, einer onkologischen Rehabilitationsklinik in Bad Sooden-Allendorf, werden im Rahmen der Ernährungsberatung Informationen zum Thema Osteoporose gegeben. Wissenswertes zum Krankheitsbild der Osteoporose in Kürze: · Die Osteoporose ist eine Erkrankung der Knochen, die derzeit in allen industrialisierten Ländern zunimmt. Diese Zunahme ist v.a. begründet in den Ernährungsgewohnheiten und der heute geringeren körperlichen Aktivität. · Bei der Osteoporose kommt es zu einem überdurchschnittlichen Abbau an Knochenmasse, der zu einem Brüchigwerden der Knochen führt. Die Folge ist eine erhöhte Knochenbruchgefahr (v.a. Oberschenkelhalsknochen und Unterarm). Zudem kann sich die Wirbelsäule verformen und der sog. Witwenbuckel entstehen. · Von Osteoporose betroffen sind besonders Frauen mit Beginn der Wechseljahre und generell alte Menschen. Die Ursache für das gehäufte Auftreten der Osteoporose in/nach den Wechseljahren hängt mit der veränderten Hormonsituation der Frauen zusammen. Der natürliche Schutz, den die Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) auf die Knochen ausüben, fällt infolge der geringeren Östrogenbildung nach der Menopause fort. · Der Verlust an Knochenmasse im Alter ist ein natürlicher Vorgang, der durch prophylaktische Maßnahmen in der Kindheit und Jugend (ausreichende Kalziumzufuhr, Bewegung) über der Bruchgrenze gehalten werden kann. Aber auch genetische Faktoren spielen eine Rolle, da die Osteoporose bei manchen Bevölkerungsgruppen trotz vergleichsweise geringer Kalziumaufnahme mit der Nahrung selten ist. Wichtigste ernährungstherapeutische Maßnahmen bei Osteoporose Die Kalziumzufuhr in den ersten drei Lebensjahrzehnten hat eine entscheidende Bedeutung für den maximalen Mineralstoffgehalt der Knochen. Aber auch im höheren Alter kann der natürliche Abbau von Knochenmasse durch ausreichende Kalziumzufuhr verzögert werden: Þ Knochenaufbau mit Kalzium Die empfohlene tägliche Kalziumaufnahme liegt für Osteoporose - Patienten bei rund 1200-1500 mg. Kalziumreich sind besonders Milch und Milchprodukte. Aber auch verschiedene Gemüse, Nüsse, Samen, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte (Soja) enthalten einiges an Kalzium. Nachstehend kalziumreiche Lebensmittel im Überblick:
Þ Vitamin D Ohne Vitamin D kann Kalzium nicht in den Körper aufgenommen und in die Knochen eingebaut werden. Vitamin D wird über das Sonnenlicht in der Haut gebildet. Nehmen Sie aus diesem Grund möglichst oft Lichtbäder. Schon die Bestrahlung einer kleinen Hautfläche reicht aus, um genügend Vitamin D zu bilden. Im Winter, wenn die Lichtintensität oft zu gering ist, sollten Sie bei Osteoporose auf eine genügende Vitamin D-Zufuhr über die Nahrung achten. Vitamin D ist enthalten in Milchprodukten, Butter, Eiern, Fisch und besonders reichlich in Lebertran. Þ Magnesium ist auch für die Knochen wichtig Die Knochenmineralisierung wird durch Magnesium verstärkt. Magnesiumreiche Lebensmittel sind Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Trockenfrüchte, Nüsse und Samen. Þ Phosphor - ein Kalziumräuber Im Überschuss aufgenommener Phosphor mobilisiert Kalzium aus dem Skelett, das dann über die Nieren ausgeschieden wird. Phosphate werden in der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoffe in größerem Umfang verwendet. Hier sind Fleisch- und Wurstwaren, Schmelzkäse, Schokolade, Speiseeis, Cola-Getränke und Limonaden in erster Linie zu nennen. Þ Oxalsäure bindet Kalzium im Darm Oxalsäurereiche Lebensmittel sind Spinat, Mangold, Rhabarber und rote Bete. Sie sollten nicht in größeren Mengen gegessen werden. Þ Proteine Eine hohe, über dem Bedarf liegende Proteinzufuhr (Eiweiß) steigert die Kalziumausscheidung mit dem Harn. Die Eiweißaufnahme können Sie durch einen geringen Fleischverzehr einschränken. Eine ausreichende Eiweißversorgung (und Kalzium) gewährleisten Milch und Milchprodukte, Kartoffeln, Vollkornprodukte, Gemüse und Obst. Þ Kochsalz Hoher Kochsalzverzehr (mehr als 4-5g/Tag, entspricht einem gestrichenen Teelöffel) führt zu erhöhter Kalziumausscheidung. Bedenken Sie bitte, dass Brot, Käse und Wurst bereits reichlich Salz enthalten. Þ Alkohol Alkohol hemmt in höheren Dosierungen die Aktivität der knochenaufbauenden Zellen und die Vitamin-D-Aktivität. Þ Kaffee Die Koffeinwirkung des Kaffees führt zu vermehrter Kalziumausscheidung über die Nieren. Zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag werden, bei sonst ausreichender Kalziumzufuhr mit der Nahrung, aber nicht als schädlich angesehen. Þ Vitamin K Die ausreichende Versorgung mit diesem Vitamin ist Voraussetzung dafür, dass in unserem Körper ein bestimmtes Protein, das Osteocalcin, gebildet werden kann. Hierdurch kommt es zu einer gesteigerten Einlagerung von Kalzium in die Knochen. Vitamin K-reiche Lebensmittel sind besonders grüne Blattsalate, frische grüne Küchenkräuter, alle Kohlarten, Sauerkraut, Milch, Eier und Fleisch. Þ Bewegung Bewegung hat einen direkten Einfluss auf den Knochenstoffwechsel. Sie fördert den Aufbau von Knochensubstanz, bremst den Knochenabbau und verzögert folglich die altersbedingte Abnahme der Knochendichte. · Tipps für die Praxis bei Osteoporose
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Mit täglich ½ l fettarmer Milch
(1,5%), Buttermilch oder Joghurt (1,5%) und 2 Scheiben · Käse eignet sich nicht nur als Brotbelag. Verwenden Sie öfter Käse zum Überbacken, z.B. bei Kartoffel- und Gemüsegratins oder Aufläufen. Parmesankäse lässt sich über viele Gerichte streuen. Versuchen Sie es mal bei einer guten Gemüsesuppe oder Vollkornnudeln mit einer leckeren Tomatensoße. · Essen Sie täglich Gemüse in roher und gekochter Form. Besonders kalziumreiche Gemüse sind oben beschrieben. Verwenden Sie auch das Gemüsewasser mit. · Bevorzugen Sie Vollkornprodukte (Vollkornbrot, Vollkornknäckebrot, Naturreis, Vollkornnudeln etc.). · Bevorzugen Sie kalziumreiche Mineralwässer (mehr als 15mg Kalzium in 100 ml). · Essen Sie nur 2-3 mal pro Woche Fleisch (max. 100-150g pro Portion) und wenig Wurst. Diese Lebensmittel enthalten reichlich Phosphor und nur wenig Kalzium. · Verzichten Sie ganz auf Lebensmittel, die Phosphate als Zusatzstoffe enthalten, z.B. Cola-Getränke und Schmelzkäse. Wenn Sie es beispielsweise gewöhnt sind, Schmelzkäse in Soßen einzurühren, verwenden Sie dafür kleine Mengen Frischkäse. · Würzen Sie mit frischen Kräutern. Viele Kräuter (Schnittlauch, Kresse, Petersilie) sind kalziumreich. · Essen Sie täglich frisches Obst. Obst trägt zwar nicht viel zur Kalziumversorgung bei, aber in einer ausgewogenen Ernährung sollte die tägliche Obstration nicht fehlen. · Essen Sie nur selten oxalsäurereiche Lebensmittel wie Spinat, Mangold, Rhabarber oder rote Beete. · Bewegen Sie sich möglichst oft in frischer Luft (Sonneneinwirkung). Ausreichende Bewegung (Gymnastik, Fahrradfahren, Spazierengehen) ist äußerst wichtig. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit unseren Ernährungsempfehlungen bei Osteoporose.
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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